Der interne Gottesdienst des CZD

Was für eine Funktion hat ein Gottesdienst? Das ist die grundlegende Frage, die uns bewegt. Die deutsche Sprache ist gut geeignet, um die zweifache Dimension einer angemessenen Antwort liefern zu können. Verstehen wir das Wort „Gottesdienst“ als Aussage im Genitiv, dann dient uns Gott, es ist Gottes´ Dienst an den Menschen. Eine durchaus biblische Dimension. Sie entspricht dem Selbstverständnis von Jesus, der seinen überraschten Jüngern offenbart, dass er nicht gekommen ist, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen (Matthäus 20,28). Wenn wir Gottesdienst in dieser Weise verstehen, setzen wir den menschensuchenden Dienst des menschenverliebten Gottes fort, wie er im Dienst von Jesus so überwältigend sichtbar geworden, im Christushymnus (Philipper 2,5-9) so bewegend formuliert worden ist und uns von Jesus selbst aufgetragen wurde (So wie mich der Vater gesendet hat, sende ich euch, Johannes 20,21). Gott beugt sich zu uns herab, kommt auf unsere Ebene, will uns abholen, uns ansprechen, uns seine Liebe offenbaren. Vieles von dieser Dimension wollen wir im öffentlichen Gottesdienst umsetzen. Wir verkünden Christen und Nichtchristen Gottes Angebot, wir sprechen von Chancen und weniger von Grenzen. Dann aber selbstverständlich auch das andere, das Verständnis des Begriffes „Gottesdienst“ im Dativ. Hierbei fragen wir danach „wem“ gedient wird. Wir dienen Gott ! Wir stellen uns auf ihn ein, wir wollen ihm gefallen, wir wollen, dass er als Person im Mittelpunkt steht. Hier gehen wir über den Vorhof mit dem Jubel, der Proklamation und der Versöhnung hinaus, wir gehen hinein in das Heiligtum. Wir passieren dabei das Waschbecken, das im Gottesdienst der Stiftshütte zwischen Brandopferaltar und Heiligtum steht und der Reinigung dient. Dieses Waschbecken wurde aus den Ohrringen und den Goldspangen der Israeliten gemacht. Es steht daher für das Ablegen unserer Eitelkeit und Selbstzentriertheit, jetzt geht es nur noch um Gott und wir sind ihm ganz ergeben. Das sind Schwerpunkte, die wir nicht nur, aber doch besonders im internen Gottesdienst setzen wollen. Hier geht es nicht nur um Chancen, nicht nur um den Zuspruch, hier geht in besonderer Weise auch um den Anspruch Gottes. Es geht um Heiligung, Jüngerschaft, Anbetung. Unser interner Gottesdienst will das abbilden durch:

1. Anbetung, die uns ins Heiligtum führt, die unsere Hingabe zum Ausdruck bringt, die Zeit zum Betrachten der Schönheit Gottes bietet. Hier ist Raum für Anbetung im Geist und in der Wahrheit. Hier ist Raum für Singen und Beten im Geist.

2. Hier ist Raum für den Dienst mit den Gaben des Geistes unter dem Aspekt der Zurüstung und Reinigung, Raum für die Feuertaufe, die alle Spreu aus unserem Leben treibt.

3. Hier ist Raum für den Gottesdienst nach 1. Korinther 14, der sehr klar einen internen Gemeindegottesdienst beschreibt und in Vers 26 die interaktive Dimension betont: „Ein jeder habe etwas“. Damit sind Zeugnisse, Gebete und der Dienst mit den Gaben des Geistes gemeint. Hier dürfen wir in diesen Dingen „üben“ und uns mitteilen, alles prüfen und dadurch wachsen.

4. Hier ist Raum für Fürbitte, die uns persönlich übersteigt wie im Allerheiligsten der Stiftshütte. Der Hohepriester flehte dort um Versöhnung für das ganze Volk. Analog dazu flehen wir um Erweckung und Rettung unseres Volkes, darum, dass unser Dienst sein Ziel erreicht und unser Ruf in die Welt: „Laßt euch versöhnen mit Gott“ (2.Kor.5,20) erhört wird.

5. Hier ist Raum für umfassendere Segnung, Sendung und innere Erneuerung. Hier ist Raum für Befreiung und innere Heilung.

6. Hier ist Raum für die tiefste Gemeinschaft mit Gott, die ihren Ausdruck im Abendmahl findet, den Ort, an dem wir am Tisch des Herrn unseren Bund mit ihm erneuern.

7. Hier ist Raum für eine auf Heiligung, Berufung und Freisetzung gerichtete Verkündigung.

Wir dienen Gott, indem wir uns ihm hingeben, ihn bitten, uns zu nehmen wie wir sind, aber nicht so zu lassen, wie wir sind. Wer so aus dem Heiligtum kommt, kann wie Mose strahlen und seinen Dienst in der Welt in Vollmacht tun (2. Mose 34,29-32). Das ist unser Ziel !

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Der öffentliche Gottesdienst des CZD

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „öffentlicher Gottesdienst“? Ist das nur ein anderes Wort für einen Gästegottesdienst a la Willowcreek? Ganz und gar nicht! Ein Gästegottesdienst hat immer den Beigeschmack nicht der „richtige“ Gottesdienst der Gemeinde zu sein. Man verbindet damit schnell den Gedanken der Oberflächlichkeit oder doch zumindest einer Schmalspurkost, bei der es in erster Linie um eine evangelistische, sehr einfache Botschaft geht. Leute, die zur Gemeinde gehören, kommen hier nicht auf ihre Kosten. Genau das streben wir nicht an im CZD. Mit „öffentlicher Gottesdienst“ meinen wir etwas anderes. Das, was wir hier machen, sind absolut wir, das ist keine Verstellung oder gar eine Show. Wir machen keine Abstriche bei der Verkündigung, wir predigen nach wie vor den ganzen Ratschluss Gottes, wir geben starke Nahrung, durch die man wächst und tiefer hineinfindet in die Gemeinschaft mit Christus. Was ändert sich dann? In erster Linie sollte sich unser Bewußtsein ändern. Wir sind nicht nur unter uns, sondern wenden uns gemeinsam an die Öffentlichkeit. Was heißt das konkret?

1. Wir wählen einen Stil und eine Sprache, die modern und zeitgemäß ist und die Lebenskultur der uns umgebenden Gesellschaft ernst nimmt.
2. Der Gottesdienst ist ein Erlebnis. Er ist unterhaltsam, lehrreich, relevant und macht den Besuchern Freude.
3. Wir geben unser Bestes! Der Gottesdienst ist kein Übungsfeld. Jeder, der etwas beiträgt hat sich gut vorbereitet, hat geübt und ist schon so weit, bei einer öffentlichen Veranstaltung das Programm mitzugestalten.
4. Interne Elemente halten wir so kurz wie möglich und suchen vorzugsweise andere Foren, um den gemeindeinternen Informationsfluss aufrecht zu erhalten.
5. Der Musikstil ist mehr proklamativ und lebendig. Das Lobpreisteam will die Gemeinde aktiv mitnehmen und einbinden.
6. Beiträge wie Zeugnisse oder Eindrücke werden moderiert weitergegeben. Es entsteht eine Atmosphäre der Sicherheit, die das Einladen von Freunden und Bekannten erleichtert.
7. Wir laden Menschen zur Entscheidung ein und geben die Möglichkeit zum Feedback.
8. Der Gottesdienst ist ein Gesamtkunstwerk. Er beginnt auf dem Parkplatz und endet mit der letzten Tasse Kaffee.Wir leben eine Willkommenskultur und stellen uns auf Gäste ein. We are here to serve.

Ein öffentlicher Gottesdienst braucht gute Vorbereitung. Planung und Überlegung sind dabei nicht einfach Menschenwerk, sondern geschehen unter Gebet und geistlicher Leitung. Spontan heißt nicht automatisch geistlicher und geplant nicht automatisch menschengesteuerter. Das große Ziel dieses Gottesdienstes ist es, einen geschützten und verlässlichen Raum zu bieten, der Gott in seiner ganzen Größe und Menschenliebe darstellt und es Menschen leicht macht, sich in Gott zu verlieben. Wir wollen sehen, dass mehr Menschen zu Christus finden und wir wollen eine Gemeinde sein, der man sich gerne anschließt, weil unsere Lebensart, unsere Art des Glaubens und unser Umgang miteinander anziehend ist.

Ist das alles neu? Keinesfalls. Wir wollen nicht alles anders machen, aber vieles besser. Wir starten hier keine Revolution, sondern gehen den nächsten Schritt zu einer gesunden und dynamischen Weiterentwicklung der Gemeinde. Das CZD bleibt das CZD, unsere Art und unser Stil sind lediglich ein Update. CZD 2.0.

Euer Bernhard