DNA – eine Kultur der Anbetung

Liebe CZD Family,

Unsere neue Predigtreihe will Fundamente legen. DNA, der chemische Begriff für Trägerstoffe der Erbsubstanz, steht für den Bauplan, nach dem sich unsere Gemeinde entwickeln soll. Wir sprechen über die Entwicklung einer Kultur, das meint, die Aneignung von Haltungen und festen Überzeugungen, dir ursächlich in einem Zusammenhang stehen mit Wachstum und Blühen der Gemeinde.
Wir sind davon überzeugt, dass die Gemeinde Gottes DNA in sich trägt, wenn sie

1. Im richtigen Verhältnis zu Gott steht. Das tut sie, wenn sie eine Kultur der Anbetung lebt.
2. Aus Menschen zusammengesetzt ist, die im richtigen Verhältnis zu ihrer Berufung stehen. Das tut sie, wenn sie eine Kultur der Exzellenz lebt.
3. Im richtigen Verhältnis zueinander steht. Das tut sie, wenn sie eine Kultur der Ehre lebt.
4. Im richtigen Verhältnis zu ihrer Umwelt steht. Das tut sie, wenn sie eine Kultur des Willkommens lebt.
Es geht also um das richtige Verhältnis zu Gott (oben), zu sich selbst (unten), zueinander (links) und zu anderen (rechts). Wenn in diesen vier Dimensionen Gottes DNA durchkommt, kann es gar nicht anders sein, als dass die Gemeinde blüht, Menschen anzieht und einen Geschmack des Himmels bietet.

Vier Dimensionen der DNA

Eine Kultur der Anbetung

Es gibt verschiedene Wege, wie Menschen Gott erfahren und erleben. Menschen haben unterschiedliche Zugänge zum Übernatürlichen, eine je eigene Art der Ansprechbarkeit für die Dimension Gottes. Michael Winkler hat uns im Life College am Samstag auf Grundlage des Buches von Gary L. Thomas, „Neun Wege Gott zu lieben“(http://www.amazon.de/Neun-Wege-Gott-lieben-geistlichen/dp/3417206596), neun dieser unterschiedlichen Zugänge vorgestellt.

Neun Wege der Spiritualität

Hier gibt es kein Richtig und Falsch, aber jede Gemeinde muss sich entscheiden, welchen Zugang sie in den Vordergrund stellen möchte. Je mehr eine Gemeinde eins ist im Weg und Stil der gemeinsamen Anbetung, je mehr alle Betroffenen auch Beteiligte werden und sich aktiv an der gemeinsamen Anbetung beteiligen, desto stärker wird der Impact und die Freude sein, die dadurch freigesetzt wird. Daneben darf und soll jeder Einzelne für sich auch weitere Zugänge erschließen und seine Erlebnisfähigkeit Gottes vergrößern und dadurch reicher werden. In unseren gemeinsamen CZD-Gottesdiensten wollen wir den enthusiastischen Zugang kultivieren. Wir verstehen Enthusiasmus dabei nicht als abgefahrene, ausgeflippte oder ekstatische Form des Gottfeierns, sondern lehnen uns an die Definition von Wikipedia an, die Enthusiasmus folgendermaßen erklärt:

Enthusiasmus bezeichnet heute allgemein eine Begeisterung oder Schwärmerei für etwas, eine gesteigerte Freude an bestimmten Themen oder Handlungen, ein extremes Engagement für eine Sache oder ein mehr als durchschnittliches, intensives Interesse auf einem speziellen Gebiet.

„Begeisterung – gesteigerte Freude – extremes Engagement – mehr als durchschnittliches Interesse.“

Das sind die Schlüsselworte. Das ist weder extrem noch untypisch für unsere Kultur. Ein Enthusiasmus dieser Art entspricht ganz und gar der Lobpreiskultur des Himmels, die wir uns als Vorbild nehmen wollen. In der Offenbarung wird uns ein Einblick gewährt in den Gottesdienst des Himmels.

Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (Offenbarung 7,9-12)

Und eine Stimme ging aus von dem Thron: Lobt unsern Gott, alle seine Knechte und die ihn fürchten, Klein und Groß! Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitgemacht. (Offenbarung 19,5-7)

Diese beiden Abschnitte lehren uns folgendes über eine himmlische Lobpreiskultur:

1. Die Sprache gebraucht eindrückliche Superlative, also Steigerungsformen, die das überdurchschnittliche Engagement und die gesteigerte Ergriffenheit veranschaulichen:
– eine Menge, die niemand zählen kann
– ein Gebet wie rauschende Wasser und rollende Donner
Die gesteigerte Dynamik drückt sich auch in anderen Begrifflichkeiten aus. Die Gemeinde spricht nicht Gebete, sie ruft. Das meint, wenn nicht Lautstärke als solche allein, so doch mindestens ausgefüllte Klangräume. Sie singen nicht mit kleiner Stimme oder irgendeiner Stimme, sie singen mit großer Stimme, eben als ob Wasserbäche rauschen und nicht als ob Wasserhähne tropfen.

2. Die anbetende Menge wird nicht als statischer und unbeweglicher Block geschildert, sondern als dynamische, sich in Bewegung befindliche Gemeinde. Sie singen nicht nur, sondern sie schwenken auch mit Palmzweigen. Der Lobpreis ist also ganzheitlich und erfasst auch die körperliche Dimension. Bewegung und Rhythmus sind Kennzeichen himmlischer Anbetung.

3. Die anbetende Menge bricht nicht völlig unkoordiniert in Jubelrufe aus, sondern folgt einem himmlischen Dirigenten, einem göttlichen Appell. Vom Thron Gottes selbst kommt die Aufforderung zur Anbetung, dann setzt sich die Gemeinde in Bewegung. Das entspricht auch der alttestamentlichen Lobpreiskultur der Psalmen, bei der dem Chormeister Anweisungen gegeben: welche Melodie, welche Instrumente, wieviele Wiederholungen (Sela)? Und dann die Appelle des Chormeisters an die Anbetenden, etwa die Aufforderung zu klatschen, (Ps. 47,2), zu jubeln und so laut und gut in die Saiten zu schlagen wie man kann (Ps. 33,1-3). Himmlischer Lobpreis ist gelenkter und koordinierter Lobpreis.

4. Himmlischer Lobpreis wird von allen getragen, die gesamte Gemeinde ist ein einziger Chor. Vom Thron kommt die Aufforderung, dass alle, Kleine und Große mitmachen sollen. Eine himmlische Lobpreiskultur lebt also davon, dass die Kluft zwischen Lobpreisteam und Gemeinde geschlossen wird, das Gefälle zwischen oben und unten verringert wird und am Ende die gesamte Gemeinde ein einziger Chor ist und alle eingebunden und beteiligt sind.

Himmlischer Lobpreis ist also:
– Leidenschaftlich
– Ganzheitlich (alle gehören zum Chor)
– Proklamativ: Er verherrlicht vor allem Gott und dreht sich nicht so sehr um die eigenen Belange

Wo eine Gemeinde eine solche Anbetungskultur, eine solche Spirituatlität lebt, zieht sie Menschen an, denn der Mensch ist zur Anbetung geschaffen und will anbeten. Wenn er das nicht vor Gott kann, weil ihm keiner hilft, dann verirrt er sich in falscher Anbetung. Popstars, Idole, Fußball, Autos oder man selbst wird dann zum Gegenstand der Verehrung. Wenn Gemeinde wachsen und blühen will, muss sie also eine Kultur der Anbetung leben, die lebt, die bebt, die bewegt und mitreißt.

Zu einer Kultur der Anbetung gehört aber auch das Leben, sonst wird Anbetung schnell zur hohlen Show.

Gott sucht nicht nur Anbetung, er sucht Anbeter, Anbeter, die in Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4, 23-24). Anbetung im Geist haben wir eben beschrieben. Enthusiasmus kommt vom griechischen „en-theos“, das meint, von Gott erfüllt, in Gott sein. Dann brauchen wir aber auch die Anbetung in Wahrheit, das meint unser Leben, das Schritt halten muss mit unseren Worten. Daher sagt Paulus über den wahren Gottesdienst, die wahre Anbetung:

Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf. Richtet euch nicht länger nach ´den Maßstäben` dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist. (Römer 12,1-2)

In welchen Bereichen wird das etwa deutlich, ob ich ein Anbeter bin oder nicht?

1. Wie steht es um meine Motivation? Geht es um mich oder lebe ich Hingabe wie in Römer 12,1 beschrieben? Es geht nicht um mich, sondern darum eine dienende Gesinnung zu entwickeln wie sie Jesus hatte (Mt. 20,28).

2. Wie steht es um meine Integrität? Stimmen Worte und Taten überein? Bin ich nur ein Hörer des Wortes, oder auch ein Täter des Wortes (Jakobus 1,22)?

3. Wie steht um mein Verhältnis zu Besitz, zu dem, was mit gehört? Halte ich fest und sperre Gott von manchen Bereichen aus wie der reiche Jüngling oder mache ich es wie die Jünger, die bekennen, alles verlassen zu haben? Damit meinen sie, dass sie alles losgelassen haben und sich hinfort nur noch als Verwalter ihres Besitzes sehen, aber nicht mehr als Eigentümer. Habe ich mich von materialistischer Gebundenheit befreit und widerstehe dem Zeitgeist and dieser Stelle ?

4. Wie steht es um meine Beziehungen? Wie gehe ich mit anderen Menschen um? Lebe ich in Gottes Ordnungen oder nach meinen eigenen Maßstäben? Nur ein heiliges, ein reines Leben ist ein Leben der Anbetung.

Wenn unser Leben Anbetung ist, wird es unweigerlich eine Anziehungskraft entfalten, umso mehr, wenn wir das korporativ leben, wenn wir eine Wertegemeinschaft bilden, die die Atmosphäre Gottes widerspiegelt. Was Christus sagt und lehrt funktioniert, auch im Zusammenleben von Menschen in der Gemeinde. Eine Kontrastgesellschaft, die sich nicht abschottet, aber abhebt und Menschen nach oben zieht. Die erste Gemeinde war so eine Gemeinde, sie lebte so stark Anbetung, dass das Volk sie rühmte und staunte. Und täglich kamen Menschen dazu. Das ist die Kraft göttlicher Genetik, göttlicher DNA, die Kraft einer Kultur der Anbetung. Und die wollen wir ausbauen. Dann blüht Gemeinde.

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