Die Chance der neuen Zeit

Liebe CZD Gemeinde,
ab Sonntag beginnt unser Sonntagsgottesdienst eine halbe Stunde später, um 10.30 Uhr. Warum haben wir im Gemeindeforum diese Entscheidung getroffen und welche Chancen ergeben sich daraus?

1. Ein öffentlicher Gottesdienst braucht eine gute Uhrzeit
Ein typischer Gemeindegottesdienst richtet sich von der Uhrzeit her an den Bedürfnissen der Gemeindeglieder aus. Während meiner Studentenzeit in den 80er Jahren besuchte ich eine Pfingstgemeinde, deren Gottesdienst bereits um 09.00 Uhr begann. Kaum eine Chance, zu dieser Zeit meine Kommilitonen mitzubringen. Die gingen am Samstag Abend auf die Piste und lagen um diese Zeit noch im Bett. Die frühe Uhrzeit wurde damit begründet, dass die maßgeblichen Familien der Gemeinde um Punkt 12 Uhr das Essen auf dem Tisch haben wollten, um dann noch möglichst viel am Nachmittag unternehmen zu können. In Bayreuth starteten wir den Gottesdienst viele Jahre um 09.30 Uhr. Wir begründeten das damit, dass die meisten Leute aus der Gemeinde kleine Kinder hatten, die sowieso schon um 07.00 Uhr auf der Matte standen und die Eltern daher ohnehin nicht lange ausschlafen konnten. Und dann dauerte der Gottesdienst auch locker 2 Stunden. Wer um 11.30 Uhr oder 12 Uhr nach Hause ging, hatte dann schon Mühe noch ein ordentliches Mittagessen hinzubekommen.

Gemeinden, die die Öffentlichkeit erreichen wollen mit ihren Gottesdiensten fragen viel mehr danach, welche Anfangszeit auch für Leute gut ist, die noch nicht kommen. Da sich die Lebenskultur in den letzten Jahren stark verändert hat, Familien heute gerne brunchen und das Mittagessen ausfallen lassen, junge Leute eher spät aufstehen und auch die öffentlichen Verkehrsmittel am Sonntag erst ab einer gewissen Zeit ausreichende Alternativen bieten, macht eine Verschiebung der Anfangszeit nach hinten auf alle Fälle Sinn. 10.30 Uhr kommt den verschiedenen Bedürfnissen gut entgegen. 11.30 Uhr wäre noch besser für junge Leute und Singles, ist aber für Familien mit Kindern schon wieder richtig spät. Auch ältere Leute wollen ihren Gottesdienst lieber am Morgen feiern, statt bis in die Mittagszeit hinein.

2. Die Gemeinde bleibt im Rhythmus und gewinnt Zeit
Wir wollen als CZD versuchen, unseren alten Rhythmus weiter zu führen und die halbe Stunde, die wir gewinnen, für gemeinsames Gebet und entspanntes Erwarten und Begrüßen unserer Freunde und Gäste zu nutzen. Ich möchte alle, die am Sonntag in irgendeinem Dienst eingebunden sind, gewinnen, nichts zu verändern und zur gleichen Zeit zu kommen und vorzubereiten wie bisher. Dann sind alle um 10.00 Uhr fertig und wir haben die große Chance, alle zusammen im Saal bis 10.15 Uhr gemeinsam zu beten und uns auf den Gottesdienst einzustellen. Das ist großartig und wird den Gottesdienst und den ganzen Ablauf definitiv bereichern und stärken. Darauf freue ich mich sehr. Alle Teams stehen zusammen und beten füreinander, wir alle nutzen den Moment und atmen nochmal auf in der Gegenwart Gottes, Gott kann zu uns reden und uns ganz frisch inspirieren. Danach haben wir noch 15 Minuten Zeit, sind mit allen Vorbereitungen fertig und können auf Menschen zugehen und ihnen ein herzliches Willkommen bereiten. Stark !
Zum Schluss noch einige Anmerkungen zur Erinnerung und Auffrischung. Was wird denn im Gottesdienst konkret anders werden ab Sonntag?

1. Wir beginnen mit einem kurzen instrumentalen Teil
2. Eine kurze Begrüßung des Moderatoren führt in die Lobreiszeit
3. Am Ende der Lobpreiszeit können Fürbitten, Erlebnisse mit Gott und Eindrücke weitergegeben werden. Der Gottesdienstleiter sammelt diese Beiträge und fügt sich in die Gebetszeit ein, die ununterbrochen weitergeht. Die Gebetszeit schließt mit einer Kollekte und einem gemeinsamen Lied.
4. Der folgende Moderationsblock gibt vielfältige Möglichkeiten den Gottesdienst durch kreative und zum Thema passende Elemente zu bereichern. Am Sonntag etwa werden rund 20 Personen mit Schildern nach vorne kommen, auf denen steht, wie sie im vergangenen Jahr Gottes Versorgung erlebt haben. Eine Aktion zum Erntedanktag. Ein oder zwei von diesen Personen werden dann auch kurz erzählen, wie sich Gott erlebt haben und wie er sie beschenkt hat.
5. Die Ausrichtung der Predigt wird sich nicht ändern, wir werden uns aber noch mehr Mühe geben theologische oder biblische Hintergründe zu erklären. Unsere Sprache und Wortwahl soll auf der Höhe der Zeit sein, die Art der Vermittlung ebenfalls.
6. Wir schließen mit der Einladung ins Cafe und mit der Einladung zum Segnungsdienst, wie bisher.

Ab Sonntag bemühen wir uns, Gottesdienstbesucher bereits an der Türe zur Strasse zu begrüßen und ihnen den Weg zum Saal zu zeigen. Für Erstbesucher ist das nicht immer so eindeutig erkennbar. Wo geht’s rein? Wo kann ich parken? Wo gehen die Kinder hin?
Was wir noch aufbauen wollen ist eine Willkommenslounge, in der man vor und nach dem Gottesdienst begrüßt wird und Getränke erhält. Besonders die, die zum ersten Mal kommen, werden sich so nicht selbst überlassen. Eine Willkommenskultur besteht auch darin, dass wir aufmerksam sind, einladend und assistierend.

Ich freue mich sehr auf Sonntag und mache euch Mut, eure Freunde mitzubringen. Das CZD ist eine Gemeinde für die ganze Stadt.

Ein Kommentar zu “Die Chance der neuen Zeit

  1. Lieber Bernhard,

    wieder einmal richtig gut gelungen, was Du Deiner Gemeinde so schreibst. Kompliment. Du bleibst klar auf Kurs die Gemeinde in einem Wandel zu halten. Ich bin gespannt, was Deine Beobachtungen auf Dauer sein werden, welche Maßnahmen schnell greifen, wo es längere Überzeugung braucht und mit welchen Gedanken so eine „eingelaufene“ Gemeinde am meisten Mühe hat.

    Way to go! Lothar

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