Deine Kraft liegt in deinem Herzen

Wann geht es dir richtig gut? Was brauchst du, um glücklich zu sein? Was müsste passieren, was müsstest du erreicht haben, welche Umstände müssten eintreten, damit dein Leben aufblüht und du rundum zufrieden bist?

Die ersten Gedanken bei diesen Fragen kreisen sich schnell um äußere Umstände, Besitz, Erfolg oder auch Beziehungen. Also, um Dinge, die man hat oder auch nicht hat. Geld, ein toller Job, der richtige Partner, mehr Sonne.

Alle Diese Dinge machen unser Leben angenehm und bewirken selbstverständlich auch in der Regel gute Gefühle, aber sie sind weder eine Garantie für dieses innere Echo, noch halten sie lange an in ihrer befriedigenden Kraft. Die Quelle unseres Glücks liegt ganz woanders! Der Psychologe Alfred Adler beschrieb die Wechselwirkung äußerer Einflüsse und inneren Wohlbefindens einmal mit diesen Worten: „Nicht Tatsachen beeinflussen unser Leben, sondern unsere Interpretation der Tatsachen!“

Genau darauf zielt auch Salomo, wenn er in Sprüche 4,23 sagt: Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz, denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.

Der Schlüssel zu erfülltem Leben liegt also nicht in den tatsächlichen Umständen, sondern in der Fähigkeit, die Umstände positiv zu deuten. Mehr noch: In der Fähigkeit, mein Leben positiv zu deuten. Und das hat ganz viel mit unserem Herzen zu tun, unserer inneren Verfassung. Deswegen spricht Salomo davon, dass wir unser Herz behüten müssen, damit wir in den Haltungen leben, die positive Kräfte in uns freisetzen. Folgende Haltungen sind dafür entscheidend:

1. Wir brauchen ein reines Herz
Moderne mentale Trainingsmethoden zielen darauf unser Herz in positiver Weise zu konditionieren, etwa Autogenes Training, Positives Denken oder Entspannungsübungen. Zweifellos kann man hier eine Menge lernen, wenngleich alle Formen äußerer Konditionierung gut geprüft sein wollen, schließlich öffnet man hier sein Unterbewußtsein und gibt geschützte mentale Zonen frei. Aber über eins können alle diese Ansätze nicht hinweghelfen. Sie können nicht das eigentliche Problem des menschlichen Herzens lösen. Hier geht es mehr um Verdrängungsprozesse. Keiner kann aber auf Dauer verdrängen, was tief in ihm fest verankert ist. Jesus beschreibt das eigentliche Problem des Menschen folgendermaßen:

Alles, was von außen in den Menschen eingeht, kann ihn nicht verunreinigen. Denn es geht nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch … Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt ihn. Von innen aus dem Menschen kommen böse Gedanken hervor: Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid … Mk. 7,18-23

Nein, der Mensch wird eben nicht als Tabula Rasa, als unbeschriebenes Blatt, geboren und ist ein reines Produkt seiner Erfahrungen und der Spuren, die andere auf ihm hinterlassen haben. Nicht, dass das unwichtig wäre, aber der Mensch ist von Natur aus nicht edel, völlig neutral und in jeder Richtung prägbar. Der Mensch ist ein Sünder. Von Anfang an. So schonungslos eröffnet uns Jesus den Blick auf den Menschen. Jeder Mensch hat eine Neigung in sich, böse Gedanken zu produzieren, Neid zu empfinden, Eifersucht, Wut, Auflehnung und Ablehnung. Und deswegen braucht der Mensch Hilfe, er braucht Erlösung. Er braucht ein reines Herz, denn Glückseligkeit, und um die geht es uns ja, setzt ein reines Herz voraus. Jesus sagt in der Bergpredigt :

„Glückselig die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!“ Mt.5,8

Ein reines Herz empfangen wir allein durch Jesus Christus. Dann aber gilt es, die Reinheit festzuhalten und zu verteidigen. Gegen den Groll, gegen die Enttäuschung, gegen die Verunreinigung. Die Beichte ist das Netz, das uns auffängt, wenn wir hier scheitern. Tue alles, um ein reines Herz zu behalten, denn du sollst Gott schauen.

2. Wir brauchen ein dankbares Herz
Die zweite notwendige Haltung zielt ebenfalls auf die Gegenwart Gottes in unserem Leben. Paulus fordert uns auf, voll Heiligen Geistes zu sein und zeigt dazu den Weg auf (Epheser 5,18-20):
… werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt! Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!

Ein dankbares Herz, eine dankbare Haltung kann man sich aneignen. Paulus nennt ja einige Mittel dazu. Sein eigenes Herz bewahren, wie es Salomos sagt, bedeutet hier: Pass auf, was du sagst und welche Worte du machst: „Wird das wieder eine stressige Woche! Bin ich froh, wenn ich das erst mal hinter mir habe. Immer dieser Stau, dieser Regen, immer diese Politiker, immer diese Nachbarn …“ Negative Worte und Gedanken lassen einen dunklen Strom des Abwassers in die Quelle des Herzens fließen. Kein Wunder, wenn sich das Leben dann auch so anfühlt. So wie man um seine Reinheit kämpfen muss, müssen wir auch um ein dankbares Herz kämpfen. David macht das ganz klar, wenn er sich in Psalm 103,2 selbst auffordert:„Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat …“ Und dann beginnt er sich selbst aufzuzeigen, was denn Gott alles Gutes getan hat: Sünden vergeben, Krankheiten geheilt. Vom Verderben erlöst, er krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, er erneuert die Jugend. Ich stelle mir das als Programm vor. Ja, hier geht es um Konditionierung. Aber nach Gottes Wort. Ich stelle mich auf Dankbarkeit ein und interpretiere mein Sein und mein Los positiv, manchmal fällt das leichter, manchmal schwerer, aber wer sich darin geübt hat, wundert sich irgendwann, wie dankbare Reflexe plötzlich ganz von alleine kommen. Wer gelernt hat, für sein Brot zu danken, wird es nicht mehr wegwerfen. Wer gelernt hat, für einen anderen Menschen zu danken, wird nicht mehr schlecht hinten rum über ihn reden. Wer gelernt hat, für das Geschenk des Lebens zu danken, der wird es bewahren wollen.

3. Wir brauchen ein ungeteiltes Herz
Moderne Lebensberater plädieren gerne für ein ausbalanciertes Leben. Dein Leben besteht aus Familie, Arbeit, Freizeit und, wenn du fromm bist, auch noch aus der Gemeinde, dem Reich Gottes. Wie kriege ich das alles auf die Reihe? Haus, Kinder, Büro, Überstunden, Sport, meinen Hauskreis …? Das ist schwierig. Von daher drängt sich der Gedanke des Balancierens auf. Dann hast du eben beständig 5 Kugeln oder mehr in der Luft und du mußt darauf achten, dass alles in der Balance bleibt. Ich gebe zu, das hört sich sehr schlüssig an. Jesus sagt mir allerdings etwas anderes in der Bergpredigt. Er fordert nicht das ausbalancierte Leben, sondern das fokussierte Leben. Die tausend Sorgen und Gedanken um die alltäglichen Dinge, Essen, Trinken, Kleidung, und, ich ergänze, Beruf, Familie und Hobbies, sollen eben nicht gleichberechtigt nebeneinander stehen. Jesus macht klar, dass diese Dinge ihren Platz haben, aber nicht nebeneinander, sondern hintereinander.

Trachtet zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alle hinzugefügt werden.                  Matthäus 6,33

Wenn unser Herz eindeutig und klar für eine Sache entschieden ist, wenn wir dafür brennen, dass Gottes Reich auf dieser Welt vorankommt, dann leben wir nicht mehr in diesen Zerreißproben. Es ist klar, wofür wir leben, wofür wir arbeiten, wofür wir hoffen, wovon wir träumen. Wir sind fokussiert und nicht ausbalanciert. Das macht einen gewaltigen Unterschied und bringt unser Herz zur Ruhe. Nein, ich verpasse nichts, denn ich habe angeheuert bei der großartigsten Sache, die es überhaupt gibt.

4. Wir brauchen ein gläubiges Herz
Mit dem „gläubigen Herzen“ meine ich hier nicht den Glauben an Jesus Christus schlechthin. Es geht um den Glauben, das Zutrauen, die Sicherheit, die ich allein aus den Zusagen Gottes ziehen kann. Unser Herz gerät immer wieder in Unruhe, weil wir uns mit anderen vergleichen. Wie oft schneiden wir da schlecht ab und knicken innerlich ein. Minderwertigkeit beschleicht uns und zieht uns runter. Unser Herz gerät immer wieder in Unruhe, weil wir nicht weiterwissen angesichts der Herausforderungen, die sich uns stellen. Unser Herz gerät immer wieder in Unruhe, weil wir durch Angriffe und Anfeindungen verunsichert werden. Wer bin ich? Was bin ich wert? Was kann ich erwarten? Wie wird das alles enden? Fragen, die uns zu schaffen machen können. Wie bewahre ich hier mein Herz? Wie bleibe ich innerlich gelassen und zufrieden?

Es kommt so viel darauf an, dass wir glauben, was Gottes Wort uns zusagt. Es kommt so viel darauf an, dass wir auf die richtige Stimme hören. Es kommt so viel darauf an, dass wir unseren Lebenshorizont von Gottes Verheißungen prägen lassen. Und dazu braucht es Glauben, ein gläubiges Herz. Paulus vergleicht das Wort Gottes einmal mit einem Schwert und nennt es das Schwert des Geistes, welches ist Gottes Wort (Epheser 6,17). Deine Gedanken gleichen manches Mal einem Dschungel, einem Dickicht. Das gilt es mit Gottes Wort auseinanderzuschlagen, damit der Weg geebnet wird und du wieder zum Licht und zur Freiheit kommst. So haben es Josua und Kaleb gemacht, als sie als Kundschafter die Riesen im Land sahen. Während die anderen sich wie Heuschrecken fühlten und ihr Glaube im Dickicht der Angst und des Unglaubens erstickte, warfen sie den Bedrohungen Gottes Zusagen entgegen und bleiben standhaft        (4. Mose 13, 30-33; 14, 6-9). Auch David machte es so, als er gegen Goliath kämpfte und während sich alle anderen vor Angst zurückzogen und sich verspotten ließen. Gottes Zusagen waren seine Waffe und deswegen blieb er ruhig und dann auch siegreich        (1. Samuel 17,36).

Das Herz ist die Quelle – ob daraus sauberes, klares Wasser sprudelt, oder eine brackige, braune Brühe – das kannst du beeinflussen. Indem du dein Herz bewahrst und Haltungen einübst, die Gottes Verheißungen tragen und dich in seine Nähe bringen.

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