DAFÜR (Teil 1)

Dagegen sein ist einfach, aber für etwas zu sein ist eine Haltung, die die Welt verändern kann!

Was für eine starke Aussage! Und was für eine Herausforderung. Wenn Energie insbesondere da freigesetzt wird, wo Menschen sich ganz klar FÜR etwas entscheiden, für etwas engagieren, für einen Traum leben, dann stellt sich die Frage, was das mit uns zu tun hat? Es stellt sich die Frage, ob es überhaupt etwas gibt, von dem ich sagen kann: Ich bin DAFÜR – und zwar richtig, ich brenne darauf. Die zweite Frage schließt sich an: Ist das WOFÜR es überhaupt wert? Brenne ich für das Wesentliche? Und die dritte Frage ist: WOFÜR brennt Gott?

I. „Die Freiheit und das Himmelreich gewinnen keine Halben.“ Ernst Moritz Arndt
Fest steht, dass es Menschen waren, die für etwas gebrannt haben, die die Welt verändert haben. Ich denke an Mediziner, die mit allen Fasern ihres Wesens nach dem entscheidenden Impfstoff gesucht haben, nach dem heilenden Wirkstoff, nach der rettenden Therapie. Ich denke an Physiker, Naturwissenschaftler und Ingenieure, die den Ehrgeiz hatten, Außergewöhnliches zu leisten, um die Menschheit voran zu bringen. In einer Mercedes Benz Werbung wird Gottlieb Daimler gezeigt, wie er nachts über seinem Schreibtisch einschläft und dann von seinem Dienstmädchen am Morgen geweckt wird: „Herr Daimler, sie schaffet zu viel“. „Meinen sie? Aber ich will einfach nur das Beste, das Beste oder nichts.“ Was für eine Leidenschaft.

Was treibt dich an? Was lässt dich nicht ruhen? Was bewegt dich und bringt dich aus dem Sessel?

II. „Für den großen Lohn ist die Aufgabe nicht groß genug“ Chinamissionar
Es ist anzunehmen, dass bei der ersten Frage viele, wenn sie ehrlich sind, schon aussteigen müßten. Könnte es sein, dass es nicht wirklich etwas gibt, WOFÜR du bist, im Sinne einer Leidenschaft, die dein Leben beherrscht? Falls doch, was ist es, das dich so zu inspirieren und anzutreiben vermag? Und ist es ein derartiges Engagement wert?
Stell dir vor du liegst mit 90 zufrieden und lebenssatt in deinem Bett und weißt, es geht die nächsten Tage zu Ende. Du denkst über dein Leben nach, deine Erfolge, die Schlüsselmomente, die Höhepunkte, aber auch über das, was du versäumt hast, was zu kurz gekommen ist. Meinst du im Ernst, du würdest dich dann grämen und sagen: Ach, hätte ich doch mehr geputzt, hätte ich doch mein Auto noch besser poliert, ach, hätte ich doch nur länger und öfter im Garten gelegen und mich gesonnt? Hätte ich doch nur mehr Briefmarken gesammelt, noch größere Fische gefangen, noch stärkere Motorräder gefahren. Ich glaube kaum, dass dir das den Verstand rauben würde. Aber wie wäre es, wenn es dir ginge wie Oskar Schindler, der im Krieg 1.200 Juden rettete, indem er sie den Nazis abkaufte, sie als kriegsentscheidend bezeichnete und in seiner Fabrik anstellte und sie somit aus dem Ghetto holte und vor dem KZ bewahrte. Als der Krieg zu Ende ging und die Russen kurz vor den Toren der Stadt standen, war es Zeit für Oskar Schindler das Weite zu suchen. Zum Abschied versammelten sich alle seine Juden noch einmal und schenkten ihm einen goldenen Ring. Gemacht aus dem Zahngold der Juden, die im KZ vergast worden waren und denen man die Goldzähne gezogen hatte. Auf dem Ring war der Satz eingraviert: „Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt“. Und dann fing Schindler an, bitterlich zu weinen: „Ach, hätte ich doch nur auch noch mein Auto gegeben – wieder 5 Leben mehr. Ach, hätte ich doch auch nur noch meinen Mantel gegeben, wieder zwei Leben mehr. Ach, hätte ich doch nur …“

FÜR etwas zu sein, reicht nicht aus, die Frage ist, für was bin ich? Ist es das wert? Ein junger Ingenieur, der einen Ruf in die Mission hatte, kündigte seine gute Stelle. Der Chef war entsetzt und bot ihm das doppelte Gehalt und die Leitung eines großartigen Projektes im Ausland, aber der Mann blieb fest und antwortete: Für den großen Lohn, ist die Aufgabe nicht groß genug“. Dann ging er und reiste nach China, um dort das Evangelium zu verkündigen. Für einen Bruchteil seines vorherigen Gehaltes. Was ist es wert, dass ich DAFÜR bin?

III. Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt (Johannes 2,17)
Gott zeigt uns, wofür es sich lohnt zu leben, denn Gott selbst hat eine Entscheidung getroffen. Er hat den Himmel verlassen, weil er für etwas ist. Er ist für dich! So sehr, dass er sich dafür demütigte und klein machte. So sehr, dass er für dich am Kreuz starb und seine Macht nicht einsetzte, um sich selbst zu retten. So sehr schlägt sein Herz für dich, für Menschen, ohne Heil (Joh. 3,16).

Sollte das nicht im Zentrum unseres Strebens stehen? Menschen?! Ihr Schicksal, ihr Heil, ihre Zukunft?! Was ist dann der nächste Schritt? FÜR was sollte mein Herz in Brand gesetzt werden? Für die Rettungsanstalt, die Gott selbst gegründet und eingesetzt hat: Für sein Haus! Als Jesus nach Beginn seines Dienstes zum ersten Mal in den Tempel kam, da packte ihn der Eifer so sehr, dass er alle Geldwechsler, Taubenverkäufer und Händler mit einer Peitsche aus dem Tempel jagte. „Ihr habt dieses Haus zu einem Kaufhaus gemacht“, das darf nicht sein! Nirgendwo sonst lesen wir etwas über derart raue Methoden von Jesus. In dieser einzigartigen Szene wird deutlich, wofür sein Herz besonders schlug – für das Haus Gottes. Für die Gemeinde, für die Herberge zur Glückseligkeit (Lukas 10,34), für die Arche, die uns durch jeden Sturm trägt, für die Säule und Grundfeste der Wahrheit (1. Tim. 3,15). Im Haus Gottes, in der Gemeinde bündelt sich die Liebe Gottes, denn die Gemeinde hat nicht nur die Botschaft, sie ist die Botschaft! Das macht sie so besonders.
Die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt (Bill Hybels). Deswegen ist es so entscheidend, mit allen Kräften diese Gemeinde Gottes zu bauen als Oase des Himmels in dieser Welt. Deswegen ruft uns Psalm 92,14-15 zu:

„Die gepflanzt sind im Haus des HERRN, werden blühen in den Vorhöfen unseres Gottes. Selbst in hohem Alter sprießen sie noch, sie stehen in vollem Saft und haben immer grüne Blätter.“

Das Schlüsselwort ist „pflanzen“. Hier schlage ich Wurzeln. Hier zieht ich meine Kraft und Energie, hier ist der Ort, an den mich Gott gestellt hat. Hier mache ich fest, diesen Ort mache ich zum Zentrum meines Strebens. Das hat Konsequenzen für die Art, wie ich mit meiner Zeit umgehe, Konsequenzen, wie ich mit meinem Geld umgehe, Konsequenzen, welche Prioritäten ich setze. Sei DAFÜR, sei FÜR Gottes Haus, lass dir den Eifer dafür schenken, den Jesus dafür hatte. Dafür lohnt es sich zu leben!

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