DAFÜR – mein Herz für sein Haus, weil es Gottes Platz für mich ist

In fünf Predigten haben wir in den letzten Wochen schlagende Argumente zusammengetragen, warum es absolut angemessen und naheliegend ist, ganz DAFÜR zu sein, sein ganzes Herz für Gottes Haus zu geben:

1. Weil es nichts Vergleichbares gibt, für das es sich lohnt, mit seiner ganzen Existenz einzustehen und weil Kirche erst dann etwas Entscheidendes in der Gesellschaft verändern kann, wenn uns eine göttliche Dringlichkeit und ein göttliches Sendungsbewußtsein erfüllt. Weniger Antrieb wird nicht die Früchte bringen, die für Gottes Reich einzig angemessen sind. Gegen etwas zu sein ist einfach, aber für etwas zu sein ist eine Haltung, die die Welt verändern kann.

2. Weil Gottes Haus mein zu Hause ist. Menschen brauchen ein zu Hause, eine tiefe Verankerung, eine sichere Heimat. Gott will, dass wir wissen, wo wir hingehören und in seinem Haus finden wir Familie, Freundschaft und Zugehörigkeit. Wer zurückkehrt in das Haus des Vaters, in das Haus Gottes, bekommt seine Würde und seine Verwurzelung zurück. Das setzt total frei, um das Leben zu meistern und für Gott da zu sein.

3. Weil es SEIN Haus ist. Gemeinde ist keine Option, denn Jesus selbst hat seine Kirche gegründet (Mt. 16,18) und sie gesetzt, dass sie durch nichts überwunden werden kann. Die Gemeinde ist die Braut Christi und Lieblingsobjekt Gottes. Daran mitzuarbeiten, dass alle Flecken und Runzeln verschwinden und eine strahlende Kirche entsteht, die die sichtbare und die unsichtbare Welt (Eph.3,10) zum Staunen bringt, heißt Gottes Herz zu verstehen. Wir lieben, was er liebt, wenn wir unser ganzes Herz SEINEM Haus schenken.

4. Weil wir da sein wollen, wo ER ist. Gott wohnt in seinem Haus. Die Herrlichkeitswolke war an Gottes Haus gebunden. Daran hat sich nichts geändert, nur dass das Haus heute nicht mehr ein Gebäude ist. Es ist die Gemeinschaft der Gläubigen, die einen geistlichen Tempel bauen, in dem er sich offenbart mit seiner Gegenwart. Die Kirche ist daher nach wie vor Gottes Wohnort, der Platz, an dem wir ihn finden können. Und deshalb bauen wir mit allen Kräften sein Haus.

5. Weil es der Platz ist, an den mich Gott stellt. Diesen letzten Gedanken führe ich hier im folgenden weiter aus.

Petrus macht klar, dass Gottes Haus der Ort ist, an dem Gott uns haben möchte. Er appelliert an unsere Bereitschaft, sich in dieses Haus Gottes einfügen zu lassen (1. Petrus 2,5):

Lasst euch selbst als lebendige Steine in das Haus einfügen, das von Gott erbaut wird und von    seinem Geist erfüllt ist.

Ein Teil von Gottes Haus zu werden ist meine Bestimmung, wenn ich ein Leben mit Jesus Christus begonnen habe, das wird hier sehr deutlich. Hier gehöre ich hin, das Haus Gottes ist Gottes Platz für mich. Das ist umkämpft und es gibt Widerstände, die es zu überwinden gilt, sonst würde Petrus nicht darum bitten, dass wir uns einfügen lassen. Wer sein Herz für Gottes Haus gibt, kommt nicht umhin, konkurrierende Interessen und Lebensgestaltungs-möglichkeiten auf die Plätze zu verweisen. Wie kann das gelingen? Wie können wir dauerhaft in einer Leidenschaft für sein Haus leben, sodass wir nicht immer wieder aus der Mauer herausspringen, um anderen Dingen zu folgen?

1. Die Leiterschaft der Gemeinde hat die Aufgabe, das große Bild von einer Kirche wie Gott sie sich gedacht hat, permanent vor Augen zu malen. Mose hatte ein Vorbild, eine Vorlage im Himmel, nach der er Gottes Haus baute. Welche Vorlage nutzen wir? Was paßt in diese Zeit? Wie muss Kirche heute aussehen, dass sie diesen begeisternden Ruck auslöst? Vernetzung lokaler Gemeinden mit impulsgebenden Gemeinden, die in der Lage sind Trends setzen und relevante Ansätze zu vermitteln, spielt hier eine große Rolle.

2. Jeder Einzelne hat die Aufgabe, sich selbst durch das Studium des Wortes Gottes, durch das Gebet und durch das Füllen mit motivierenden und inspirierenden Impulsen beständig in den Möglichkeiten Gottes zu bewegen.

3. Jeder hat eine Gnadengabe empfangen, mit der er das Haus Gottes bereichern soll (1. Petr,4,9). Nur, wer sich engagiert, wer sich selbst einbringt, wer ein Teil des Dienstes des ganzen Hauses wird, wird auch permanent durchströmt mit Gottes Kraft, die ja niemals nur für uns ist, sondern immer durch zum anderen drängt. Wer diesen Fluss durch den eigenen Beitrag und Dienst aufrecht erhält, bleibt dauerhaft motiviert und herausgefordert.

4. Es ist so entscheidend, dass wir eine Kultur der Ehre und eine Kultur der Anbetung leben. Wenn wir uns beständig anfeuern, uns unterstützen und aneinander glauben, entsteht eine Veränderung der Atmosphäre. Es ist nicht egal, wie ich den Dienst des anderen quittiere. Es ist nicht egal, ob ich bequem auf meinem Stuhl sitze und dem anderen zuschaue oder ob ich aufmerksam bin und ihm direktes Feedback durch Blicke, Worte und Gesten gebe. Wir sind ein Team und wir sind zusammen unterwegs. Wir siegen zusammen oder wir verlieren zusammen. In diesen Bereich gehört auch das Gebet: für die ganze Gemeinde und für die verschiedenen Dienste.

Entscheidend bei all dem ist aber, dass wir begreifen, dass wir nicht nur etwas einbringen in Gottes Haus, dass wir nicht nur unseren Stein in die Mauer legen, sondern, dass wir begreifen, dass wir selbst der Stein sind. Manchmal denken wir, man könne Gaben und Person trennen, weil Paulus im 1.Kor.12, 1-11 davon spricht, dass jeder eine andere Gabe empfängt, mit der er dann dienen soll. Im zweiten Teil des Kapitels macht Paulus dann aber deutlich, dass eine Gabe immer zu einer Person gehört, indem er klarmacht, dass unterschiedliche Talente und Fähigkeiten Gliedern an einem Leib gleichen. Somit ist klar, dass man nur dann in richtiger Weise seine Gabe einbringen kann, wenn man sich selbst gibt, als ganze Person. Wir haben nicht den Stein, wir sind der Stein. Deswegen geht es tatsächlich in erster Linie darum, unser ganzes Herz für das Haus Gottes zu geben und nicht nur unseren Beitrag. Das Maß des Commitments des Einzelnen entscheidet. Die Kraft einer Gemeinde liegt nicht in der Vielfalt und im Reichtum ihrer Gaben, sondern in der Bindekraft der Einzelnen an das Ganze.

Hier ist der Link zur Audioversion der letzten Predigt dieser Reihe: http://www.czd.de/fileupload/audio//2015_02_15_%20Mein%20Haus%20fuer%20sein%20Haus%20-%20Denn%20es%20ist%20Gottes%20Platz%20fuer%20mich%20.mp3

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