Bring dein Potenzial zur Entfaltung

Empfangen, um es zu vermehren
Im Gleichnis von den anvertrauten Pfunden (Lukas 19,11-27, vgl. auch Mt. 25,14-30) benutzt Jesus ein Bild aus dem Geschäftsleben, um ein grundlegendes Prinzip zu erläutern. Ein reicher Mann zieht außer Landes und gibt 10 Dienern je ein Pfund, eine größere Menge Geld und verabschiedet sich mit den Worten: „Handelt damit, bis ich wiederkomme!“ (V 13). Jeder bekommt die gleiche Summe, aber nicht jeder macht das gleiche daraus. Während der eine das Pfund verzehnfachen kann, kann es der andere immerhin verfünffachen. Sie empfangen Lob und Lohn, denn sie hatten etwas aus ihrem Potenzial gemacht. Der, der sein Geldstück jedoch in ein Tuch wickelte und sein Potenzial nicht einsetzte, wird am Ende alles genommen. Was war nun entscheidend dafür, dass sich das Geld vermehrte? Es war ja bei jedem die gleiche Ausgangssumme? Alles lag am Umfeld des Geldes, am Geschick und Können desjenigen, der damit handelte, nicht am Geld selbst. Dieses Gleichnis zielt auf unsere Gaben, Talente und unsere Anlagen. Gott möchte nicht nur, dass wir sie einsetzen, sondern, dass sie wachsen, sich vermehren, dass ein schöpferischer Prozess des Wachstums in Gang kommt, der ihn ehrt. Wir sollen dafür sorgen, dass sich voll entfalten kann, was Gott in uns gelegt hat und wir sollen ihm damit dienen.

In einem anderen Gleichnis (Mt. 13,1-9) spricht Jesus über ein anderes Potenzial, sein Wort, macht aber auch hier klar, dass sich das Potenzial selbst in keinem Fall ändert. Der Sämann, der sät, sät in jedem Fall ein gesundes und hochexplosives Samenkorn, das das Zeug hat, sich 30-, 60-, ja 100 fältig zu vermehren. Alles kommt auf den Boden an, auf den es fällt, auf das Umfeld, in das es eingebracht wird.

Seit Jahren macht die Sozialwissenschaft darauf aufmerksam, dass zu viele Potenziale von Kindern ungenutzt bleiben, nur, weil sie nicht in der glücklichen Lage sind, in ein optimales Umfeld zu kommen. Wer in prekäre familiäre Familienverhältnisse geboren wird, hat es viel schwerer als jemand, dessen Umfeld sozial, familiär und wirtschaftlich besser dran ist. Deshalb wird seit langem gefordert, Kinder so früh wie möglich in ein Umfeld zu bringen, indem sie sich voll entfalten können. Ein absolut nachvollziehbarer und vernünftiger Gedanke, der Kirchen und Sozialträgern eine wichtige Aufgabe zuweist, wenn Familien hier an ihre Grenzen kommen. Was könnte alles geschehen, wenn unser Leben nur in das richtige Umfeld käme, sodass das ganze Potenzial ausgeschöpft würde?

Gott hat dir Potenzial gegeben, damit du es zur Entfaltung bringt. Lass es nicht zu, dass es verkümmert und ungenutzt bleibt. Es ist so viel möglich, auch in deinem Leben! Was könnten deine Schritte sein, um das Potenzial zu fördern und zum Blühen zu bringen?

1. Verändere dein Umfeld
Im Gleichnis vom 4-fältigen Acker (Mt. 13,1-9) spricht Jesus über 4 verschiedene Böden, um deutlich zu machen, dass sein Wort zwar immer die gleiche potenzielle Kraft hat, aber sich ganz unterschiedlich entwickelt, weil das Umfeld unterschiedlich ist. Nun, ich habe vier Jahre Landwirtschaft studiert und hatte eigentlich vor, als Agrar-Ingenieur in den Entwicklungs- oder Missionsdienst zu gehen. Ein Landwirt liest das Gleichnis mit besonderen Augen. Er sieht die verschiedenen Äcker vor sich und fragt sich sofort: Was muss beim steinigen Acker geschehen, damit er Frucht bringt? Wie bekomme ich die Disteln und Dornen weg, damit der Boden fruchtbar wird? Wie lockere ich den harten Boden auf, damit er wieder tragen kann? Das ist eigentlich das Hauptgeschäft des Landmanns. Bodenvorbereitung. Gestaltung und Schaffung des optimalen Saatbetts. Das Korn selbst wächst von allein, alles kommt auf das Umfeld an. Was heißt das für dich? In welchem Umfeld bewegst du dich? Wie kannst du es ändern, damit dein Potenzial nicht unter den Möglichkeiten bleibt? Psalm 1,1-3 gibt eine klare Anweisung:

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, / der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.

Dein Umgang ist entscheidend für die Entfaltung deines Potenzials. Sei mit Leuten unterwegs, die dich inspirieren, die dich zu Gottes Quellen begleiten, die an dich glauben, die dich nach vorne bringen. Wenn dich dein Umfeld ständig entmutigt, ausbremst und zurückhält, dann habe den Mut, dir ein neues Umfeld zu suchen. Klar, nicht immer können wir uns unser Umfeld komplett aus-suchen. In Familien werden wir reingeboren, unsere Ehen haben wir vor Gott geschlossen und wollen zusammenhalten, auch wenn es schwierig ist. Aber gerade, wenn es schwierig ist brauchst du besonders dringend Stützen und Motivatoren, die dich beflügeln und das Schwierige ausgleichen.
Wer sitzt neben dir? Mit wem verbringst du deine Freizeit? Wer sind deine Vorbilder? Wer sind deine Ratgeber? An wem orientierst du dich?Sprüche 27,17 sagt so treffend:

Wie man Eisen durch Eisen schleift, so schleift ein Mensch den Charakter eines anderen.

Wenn du also die Qualität von Eisen gewinnen willst, musst du dich mit Leuten umgeben, die selbst aus dieser Qualität sind. Eisen wird nie scharf, wenn man es an einem toten Baumstumpf wetzt. Such dir ein Umfeld, das dich stählt. Sprüche 13,20 unterstreichen das, wenn es hier heißt:

Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Toren Geselle ist, der wird Unglück haben.

Wenn du also verstehen willst, auf was es ankommt, dann umgib dich mit Leuten, die wissen, worauf es ankommt. Wenn du deinen Glauben festigen willst, dann hock nicht ständig bei den Zweiflern, sondern umgib dich mit Leuten, die glauben und Glaubenskraft ausstrahlen. Es wurde noch keine Kerze an einer anderen Kerze entzündet, die nicht brannte.

2. Du musst den Mut haben „Nein“ zu sagen
Neben der Suche nach einem motivierenden zwischenmenschlichen und sozialen Umfeld gilt es aber auch, sein eigenes Leben zu fokussieren und auszurichten. Vielleicht musst einige Dinge aus deinem Leben werfen, weil sie Ballast sind und dein Potenzial erdrücken, du musst lernen Nein zu sagen. Disteln und Dornen müssen raus aus deinem eigenen Leben, denn sie ziehen zu viel Kraft und Aufmerksamkeit und überwuchern das Potenzial Gottes. Als ich zum Glauben an Christus kam, merkte ich sehr schnell wie real Disteln und Dornen, also andere geistliche Nahrungs- und Nährstoffkonkurrenten, sind und Energie wegfressen. Also trennte ich mich von einigen Dingen. Nicht weil sie unbedingt Sünde an sich waren. Sie erstickten aber den Keim des Glaubens in mir und zogen mich in eine andere Richtung. Also trennte ich mich von meinem Fernseher, meine Platten verschenkte ich und mein Tagebuch ging in Flammen auf. Heute besitze ich das alles wieder, aber heute bedroht es mein geistliches Leben nicht mehr. Jetzt bin ich fest verwurzelt und weiß damit umzugehen. Damals wußte ich es nicht, also mußte ich mich davon trennen. Sei dir dazu nicht zu schade. Ohne Schnitte in das Dickicht deiner Gedanken, Gefühle und Wünsche kann der Glaube nicht wachsen, weil er kein Licht bekommt. Wenn du einen Halbmarathon laufen willst, dann mußt du auch disziplinert sein und auf dein Feierabendbierchen verzichten. Auch auf manche Süßigkeiten, dein Leben muss in einen geregelten Rhythmus aus Training, Anspannung und Entspannung kommen. Du musst Nein sagen lernen, wenn du es schaffen willst.

3. Hör nie auf zu träumen
Den Ackerboden vorzubereiten ist das eine. Das ist unverzichtbar, aber von der Saat bis zur Ernte ist es noch ein Stück. Dazwischen liegen Wochen und Monate. Neben einer guten Vorbereitung braucht es jetzt auch auf dem Weg Energiebringer: Sonne – Wasser – Dünger. Um dein Potenzial voll zu entfalten, brauchst du permanent und immer wieder neue Motivation. Du brauchst beständig das Bild von morgen, das in dir Leidenschaft entfacht. Du mußt lernen, beständig ein Träumender zu sein, einer der sich mit dem Ziel, den Möglichkeiten beschäftigt und daraus Kraft und Leidenschaft zieht. Die Köpfe der Sonnenblumen hängen nachts traurig runter, wenn aber die Sonne kommt, richten sie sich auf und folgen mit ihren Köpfen dem Sonnenverlauf. Sie saugen förmlich die Energie auf und das Potenzial in ihnen wird angeheizt. Was richtet dich auf? Welche Vorstellungskraft besitzt du?
Als König Joasch von Feinden umzingelt war, besuchte er den sterbenden Propheten Elisa (2. Könige 14,13-19). Der befiehlt ihm: Nimm deinen Bogen und klopfe auf den Boden. Er klopfte dreimal, dann hörte er auf, weil er sich nicht vorstellen konnte, was das sollte. Darüber wurde Elisa ärgerlich. Er hätte 5-6 x klopfen sollen, um vollständigen und dauerhaften Sieg zu haben, um das ganze Potenzial auszureizen, so aber blieb es bei drei Siegen, aber keiner wirklichen Befreiung. Es mangelte ihm an Vorstellungskraft. Wie viel Vorstellungskraft auslösen kann, bewies Martin Luther King am 28.8.1963, als er vor 250.000 Demonstranten ausrief: Ich habe einen Traum … Eine ganze Nation wurde dadurch verändert. Du musst lernen zu träumen, groß zu denken. Du mußt lernen, dein Herz dauerhaft in einer großen Erwartungshaltung zu halten. Im Bereich des Gemeindebaus feuere ich mich selbst immer wieder dadurch an, dass ich mich mit Gemeinden beschäftige, die das Normalmaß durchbrochen haben und inspirierende Zentren geistlichen Lebens geschaffen haben. Ich mache Besuche, höre Predigten, gehe auf Konferenzen und suche nach Leuten, die mit mir träumen. Regelmäßig.

Wenn du die Leistung deines Motors bei Nacht voll ausreizen willst, brauchst du eine gute Beleuchtung. Wenn du mit einer Kerze in der Windschutzscheibe fährst, wirst du kriechen und di PS unter der Haube bleiben ungenutzt. Mit einer Taschenlampe geht es etwas besser, aber erst, wenn deine Scheinwerfer ein weites Licht werfen, kannst du Gas geben. So ist es mit der Vorstellungskraft. Sie entscheidet darüber, wieviel geistliche PS eingesetzt werden können.

Gott hat dir etwas gegeben und er traut dir zu, daraus etwas zu machen. Zögere nicht und fang heute damit an!

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