Ich liebe meine Kirche

Ich liebe meine Kirche

Immer mehr, vorwiegend junge Christen, entdecken die Liebe zur Kirche, zu ihrer Gemeinde. Meine Generation ist mehr von der Einstellung geprägt worden, Kirche und Gemeinde wären nicht so wichtig, alles komme auf Jesus an. Klar, was nützt die schönste Kirche, wenn wir Jesus darin nicht finden. Aber die Reduzierung auf den Stifter der Kirche geht an der neutestamentlichen Betonung der Gemeinde vorbei. Denn Jesus selbst ist total verliebt in seine Kirche. In der christlichen Trauzeremonie werden die Männer eindringlich daran erinnert, ihre Frauen so zu lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat. Die Ehe ist ein Abbild der Beziehung von Christus und der Gemeinde. Er setzt alles daran, die Kirche strahlend und schön zu präsentieren, er gibt sich die größte Mühe, alle Flecken und Runzeln von ihr zu entfernen (Epheser 5,22 ff.). Ja, salopp gesagt, will Christus vor der unsichtbaren Welt richtig angeben mit seiner Kirche (Eph.3,10), zeigt ihre Schönheit doch die Weisheit Gottes. Man kann daher mit Recht sagen, die verbreitete Unterbetonung der Kirche greift zu kurz und wird der biblischen Schau nicht gerecht. Daher tun sich manche Christen schwer mit dem Satz im Glaubensbekenntnis „Ich glaube an die heilige christliche Kirche“, obwohl er die Haltung der ersten Christen beschreibt und aus der Anfangszeit der Kirche stammt.

Warum ist die Liebe zur eigenen Gemeinde so wichtig? Wer die „Institution“ nicht so wichtig findet und nur auf die Inhalte schaut, wird auch nur eingeschränkter Kraft und Leidenschaft am Projekt Kirche mitarbeiten können. Die bekannte Illustration aus dem Mittelalter macht das klar. Ein Wanderer traf drei Bauarbeiter, die mit dem Spaten Fundamente aushoben. Er fragte den ersten, was er da tue. Der antwortete lustlos: „Ich grabe ein Loch.“ Entsprechend überschaubar war sein Eifer bei der Arbeit. Der zweite sagte: „Ich hebe das Fundament für ein großes Gebäude aus“ und hatte schon mehr den Überblick und arbeitete ganz ordentlich. Der dritte aber wollte sich kaum stören lassen, weil er mit solcher Begeisterung seiner Arbeit nachging. „Ich baue eine Kathedrale“ rief er dem Fragenden zu, ohne die Arbeit zu unterbrechen. Er war begeistert ein Haus für Gott bauen zu dürfen – und das merkte man ihm an, sein ganze Arbeitshaltung und –leistung verdeutlichte das. Wenn wir unsere Vision ernst nehmen – Gemeinsam begeistert glauben -, dann ist uns klar, dass wir einen Ort schaffen wollen, der einen Wert wie eine Kathedrale hat. Es ist Gottes Haus, nicht nur eine Versammlungsstätte. Ich spreche nicht über das Gebäude allein, auch wenn es dazugehört. Ich spreche über das Projekt meiner Gemeinde als Ganzes. Wenn ich ergriffen bin von der Vision, das Haus Gottes bauen zu dürfen, wenn ich entzündet bin von dem Gedanken, einen Ort zu schaffen, an dem Gott geehrt und erfahren wird, verändert das ganz viel. Dann gebe ich mein Bestes, dann will ich meinen Platz auf der Baustelle einnehmen, weil das Bild der zu erstellenden Kathedrale in mir lebt. Es hängt aber alles an der richtigen Sicht, an der richtigen Perspektive. In dir steckt viel mehr Energie und Power als du vielleicht denkst. Sie muß nur geweckt werden, erweckt werden. Das geschieht durch eine neue Sicht auf die Dinge. Unsere Gedanken, unsere Einstellungen, unsere Liebesfähigkeit entscheidet. Wenn die entzündet wird, ist alles möglich. Fangen wir das Jahr also an wie Jesus: Lieben wir unsere Gemeinde ! Du wirst es nicht bereuen.

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