Begeistert leben – der Philipperbrief (1)

Begeistert über mein Leben (Kap. 1,1-26)

Philipperbrief – der Brief von der Freude. Immerhin kommt der Begriff 48 mal vor in diesem relativ kurzen Brief, 19 mal als Substantiv und 29 mal in anderen Wortformen. Das Überraschende dieser starken Betonung der Freude liegt vor allem an den Umständen, aus denen Paulus diesen Brief heraus schreibt. Er ist seit nunmehr 4 Jahren ohne Unterbrechung gefangen, zuerst in Jerusalem, dann in Cäsarea und jetzt in Rom. Und das für einen Mann, der von sich selbst behauptet, viel mehr gearbeitet zu haben als die anderen Apostel (1. Kor. 15,10; 2.Kor. 11,23). Also ein echter Workaholic. Die drei Missionsreisen, die er in den Jahren zuvor unternommen hat, zeugen davon. Und jetzt ist er seit 4 Jahren zur Untätigkeit gezwungen. Und dann so ein Brief: Freut euch und abermals sage ich euch: freut euch (Phil 4,4).

Im ersten Kapitel gibt er drei Gründe an, warum sein Herz voller Freude ist, trotz all der Hindernisse, Begrenzungen und auch Gefahren, die ja sein Prozess mit sich bringt.

Seine erste Freudenquelle ist die Beziehung zur Gemeinde in Philippi. In den ersten Versen des ersten Kapitels läßt er der Betonung seiner Zuneigung und Liebe freien Lauf. Er dankt Gott immer wenn er an die Philipper denkt (V 3), wenn er für sie betet, erfüllt ihn beständig große Freude (V 4). Er ist begeistert über ihren überzeugenden Einsatz für die Sache Gottes (V 5), er hat sie in sein Herz geschlossen (V 7) und er sehnt sich nach ihnen (V 8). Mehr geht nicht, oder? Doch, in Kap. 4,1 steigert er das Ganz noch, indem er sagt: Meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude und mein Siegeskranz … Geliebte. Und in Kap. 4,15-16 erinnert er an die einzigartige Solidarität und Unterstützung der Philipper von Anfang an: „Ihr wisst aber auch, ihr Philipper, dass im Anfang des Evangeliums, als ich aus Mazedonien wegging, keine Gemeinde mich am gegenseitigen Geben und Empfangen beteiligt hat als nur ihr allein. Denn sogar schon, als ich in Thessalonich war, habt ihr mir nicht nur einmal, sondern zweimal für meinen Bedarf gesandt.

Was ist die Message für uns aus diesen Beobachtungen?Setzen wir alles daran, unsere eigene Gemeinde so zu lieben, wie Paulus seine Philippergemeinde geliebt hat. Er hatte auch andere Gemeinden zu betreuen, die ihm viel Mühe und Not bereiteten, ja sogar Geburtsschmerzen (Gal. 4,19). Wie verderblich das ist, sagt uns der Hebräerbrief, indem er betont, dass Widerspenstigkeit und Stress in der Gemeinde nicht nur schlecht für das Personal ist, sondern für einen selbst und die ganze Gemeinde eben auch (Hebräer 13,17). Wenn wir an unsere Gemeinde denken, sollte das Herz höher schlagen, sollte Dankbarkeit uns erfüllen, Liebe und Verlangen, so bald wie möglich wieder mit den anderen zusammen zu sein. Das sehen wir ja nicht nur bei Paulus hier, sondern das war auch das Kennzeichen der ersten Gemeinde (Apg.2, 42-47). Setze also alles daran, ein konstruktiver und lebendiger Stein im Haus deiner Gemeinde zu sein (1. Petr. 2,5). Geben wir niemals auf, unsere Gemeinde zu einer Quelle des Lebens zu machen, denn das ist ihre Bestimmung. Und dann ist unsere Gemeinde eine unvergleichliche Quelle der Freude auch für uns selbst. Paulus fordert in 1,9-11 selbst seine Philipper auf, nicht beim Erreichten stehen zu bleiben, sondern immer weiter zu gehen.

Was kannst du also beisteuern? Wie kannst du die Begeisterung in dir selbst und insgesamt fördern? Paulus schlägt Partnerschaft vor: Geben und Nehmen, Koinonia, sein Leben öffnen, sich wirklich draufeinlassen, nicht nur erwarten oder fordern, sondern mitgehen. Paulus schlägt Mitarbeit vor (Gemeinschaft am Evangelium), Teilhabe, Treue. Paulus schlägt Gebet vor: für die Gemeinde, für die Leitung und dabei Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.

Die zweite Quelle der Freude entspringt aus der Fähigkeit, auf das Gute zu sehen und nicht auf das Störende. Das beschreibt er in den Versen 12-18. 4 Jahre sitzt Paulus schon fest, aber statt zu stöhnen, ob all der Behinderungen erkennt er, dass das Evangelium trotz seiner Fesseln seinen Weg macht und in diesem Fall das ganze Prätorium über den Glauben spricht. Paulus sieht auch, dass die Gemeinde um ihn herum von ganz neuem Eifer erfüllt ist und intensiver als zuvor das Evangelium verbreitet. Er erkennt sogar etwas Positives darin, dass die, die ihn ärgern wollen, das Evangelium verkündigen. Ja, die Motive sind falsch, aber Gesamt-Reichs-Gottes betrachtet, wird ausgesät und werden mehr Menschen erreicht. Eine bemerkenswerte Einstellung. Wenn wir doch nur mehr auf das Gute sehen würden, das eben auch unbestreitbar passiert, statt immer nur auf die Mängel zu achten. Oft sind wir so eingeengt in unserer Wahrnehmung, weil wir selbst in dem Ganzen zu wenig vorkommen. Unser Beitrag wird nicht ausreichend gesehen, gewürdigt oder abgefragt. Unsere Spielräume, das Leben zu gestalten sind zu klein, wir fühlen uns eingeengt. Alles richtig. Das ging dem Aktiv-Menschen Paulus ja nicht anders. Aber er grämt sich nicht, sondern hat die Größe zu erkennen: 1. Es läuft auch ohne mich, 2. Gott selbst streitet für mich und lenkt die Dinge in die richtige Richtung, auch wenn ich gar nichts tun kann. Diese innere Haltung ist eine fundamentale Voraussetzung, wenn unser Leben mehr Leichtigkeit, Vertrauen und Balance bekommen soll. „Alle Dinge dienen denen zum Besten, die Gott lieben“, hat Paulus schon Jahre vorher erkannt (Römer 8,28), und daraus schöpft er jetzt Kraft und Freude.

Die dritte Quelle, die Paulus aufzeigt, ist die unglaubliche Gelassenheit in Bezug auf sein Schicksal (V 19-26). Schon vor seiner Gefangennahme, als er mehrmals durch klare Prophetien gewarnt worden war, dass er in Gefangenschaft und Druck geraten würde, wenn er nach Jerusalem ginge, machte er unmissverständlich klar: Das ist mir egal, ich habe mit der eigenen Regie über mein Leben abgeschlossen, ich bin immer bereit, auch für den Tod (Apg. 21,13). „Sterben ist mein Gewinn“, sagt er hier (V 21). Er hat eine unglaubliche Vorfreude auf den Himmel, für ihn ist klar, dass er nicht Jahrtausende im Staub liegen wird, bis endlich die Auferstehung kommt, sondern, dass er schon nach seinem Ableben beim Herrn sein wird. Ist das nicht etwas sehr Jenseitslastig? Absolut nicht. Das grundlegende Versöhntsein mit dem möglichen Ende seines Lebens, setzt ihn total frei von dem Druck hier noch so viel wie möglich rauszuholen. Ein typisches Kennzeichen unserer postmodernen Welt: „Wir haben nur dieses eine Leben und das muss ausgequetscht werden. Wir müssen aufpassen, uns nicht zu schnell festzulegen, Hingabe ist schwierig, denn es könnte ja noch was Besseres kommen.“ Die größte Sorge ist es, etwas zu verpassen. Was für eine Hektik bringt das in unser Leben. Wer die Bibel kennt, weiß, von welchem Geist dieser Zeitgeist inspiriert ist: „… er hat große Wut, denn er weiß, dass er nur eine kurze Zeit hat“ (Offb. 12,12).

Paulus interpretiert sein Leben und die Verlängerung seines Lebens als Chance zum Wirken, ja als sich fortsetzende Sendung. Was für eine starke Sicht auf das Leben. Wenn ich lebe, dann will das Gott, weil er noch was vorhat mit mir. Mein Leben steht weiter unter Verheißung. Wie spannend. Wie motivierend. Dein Leben hat eine Bestimmung. Gott hat was vor mit dir, du musst dein Leben nicht einfach runterleben, sondern, wenn die Regie bei Gott ist, warten auf dich die besten Zeiten deines Lebens, denn in Gottes Willen und Berufung unterwegs zu sein, ist das Größte. Daraus schöpfe ich selbst auch Tag für Tag Kraft. Ich bin hier, weil Gott es will und weil Gott mich gebrauchen will. Was Besseres kann es nicht geben oder um es mit Demos Shakarian zu sagen, dem Gründer der Geschäftsleute für das volle Evangelium: Diese Haltung macht uns zu den glücklichsten Menschen auf Erden.

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Bring dein Potenzial zur Entfaltung

Empfangen, um es zu vermehren
Im Gleichnis von den anvertrauten Pfunden (Lukas 19,11-27, vgl. auch Mt. 25,14-30) benutzt Jesus ein Bild aus dem Geschäftsleben, um ein grundlegendes Prinzip zu erläutern. Ein reicher Mann zieht außer Landes und gibt 10 Dienern je ein Pfund, eine größere Menge Geld und verabschiedet sich mit den Worten: „Handelt damit, bis ich wiederkomme!“ (V 13). Jeder bekommt die gleiche Summe, aber nicht jeder macht das gleiche daraus. Während der eine das Pfund verzehnfachen kann, kann es der andere immerhin verfünffachen. Sie empfangen Lob und Lohn, denn sie hatten etwas aus ihrem Potenzial gemacht. Der, der sein Geldstück jedoch in ein Tuch wickelte und sein Potenzial nicht einsetzte, wird am Ende alles genommen. Was war nun entscheidend dafür, dass sich das Geld vermehrte? Es war ja bei jedem die gleiche Ausgangssumme? Alles lag am Umfeld des Geldes, am Geschick und Können desjenigen, der damit handelte, nicht am Geld selbst. Dieses Gleichnis zielt auf unsere Gaben, Talente und unsere Anlagen. Gott möchte nicht nur, dass wir sie einsetzen, sondern, dass sie wachsen, sich vermehren, dass ein schöpferischer Prozess des Wachstums in Gang kommt, der ihn ehrt. Wir sollen dafür sorgen, dass sich voll entfalten kann, was Gott in uns gelegt hat und wir sollen ihm damit dienen.

In einem anderen Gleichnis (Mt. 13,1-9) spricht Jesus über ein anderes Potenzial, sein Wort, macht aber auch hier klar, dass sich das Potenzial selbst in keinem Fall ändert. Der Sämann, der sät, sät in jedem Fall ein gesundes und hochexplosives Samenkorn, das das Zeug hat, sich 30-, 60-, ja 100 fältig zu vermehren. Alles kommt auf den Boden an, auf den es fällt, auf das Umfeld, in das es eingebracht wird.

Seit Jahren macht die Sozialwissenschaft darauf aufmerksam, dass zu viele Potenziale von Kindern ungenutzt bleiben, nur, weil sie nicht in der glücklichen Lage sind, in ein optimales Umfeld zu kommen. Wer in prekäre familiäre Familienverhältnisse geboren wird, hat es viel schwerer als jemand, dessen Umfeld sozial, familiär und wirtschaftlich besser dran ist. Deshalb wird seit langem gefordert, Kinder so früh wie möglich in ein Umfeld zu bringen, indem sie sich voll entfalten können. Ein absolut nachvollziehbarer und vernünftiger Gedanke, der Kirchen und Sozialträgern eine wichtige Aufgabe zuweist, wenn Familien hier an ihre Grenzen kommen. Was könnte alles geschehen, wenn unser Leben nur in das richtige Umfeld käme, sodass das ganze Potenzial ausgeschöpft würde?

Gott hat dir Potenzial gegeben, damit du es zur Entfaltung bringt. Lass es nicht zu, dass es verkümmert und ungenutzt bleibt. Es ist so viel möglich, auch in deinem Leben! Was könnten deine Schritte sein, um das Potenzial zu fördern und zum Blühen zu bringen?

1. Verändere dein Umfeld
Im Gleichnis vom 4-fältigen Acker (Mt. 13,1-9) spricht Jesus über 4 verschiedene Böden, um deutlich zu machen, dass sein Wort zwar immer die gleiche potenzielle Kraft hat, aber sich ganz unterschiedlich entwickelt, weil das Umfeld unterschiedlich ist. Nun, ich habe vier Jahre Landwirtschaft studiert und hatte eigentlich vor, als Agrar-Ingenieur in den Entwicklungs- oder Missionsdienst zu gehen. Ein Landwirt liest das Gleichnis mit besonderen Augen. Er sieht die verschiedenen Äcker vor sich und fragt sich sofort: Was muss beim steinigen Acker geschehen, damit er Frucht bringt? Wie bekomme ich die Disteln und Dornen weg, damit der Boden fruchtbar wird? Wie lockere ich den harten Boden auf, damit er wieder tragen kann? Das ist eigentlich das Hauptgeschäft des Landmanns. Bodenvorbereitung. Gestaltung und Schaffung des optimalen Saatbetts. Das Korn selbst wächst von allein, alles kommt auf das Umfeld an. Was heißt das für dich? In welchem Umfeld bewegst du dich? Wie kannst du es ändern, damit dein Potenzial nicht unter den Möglichkeiten bleibt? Psalm 1,1-3 gibt eine klare Anweisung:

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, / der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.

Dein Umgang ist entscheidend für die Entfaltung deines Potenzials. Sei mit Leuten unterwegs, die dich inspirieren, die dich zu Gottes Quellen begleiten, die an dich glauben, die dich nach vorne bringen. Wenn dich dein Umfeld ständig entmutigt, ausbremst und zurückhält, dann habe den Mut, dir ein neues Umfeld zu suchen. Klar, nicht immer können wir uns unser Umfeld komplett aus-suchen. In Familien werden wir reingeboren, unsere Ehen haben wir vor Gott geschlossen und wollen zusammenhalten, auch wenn es schwierig ist. Aber gerade, wenn es schwierig ist brauchst du besonders dringend Stützen und Motivatoren, die dich beflügeln und das Schwierige ausgleichen.
Wer sitzt neben dir? Mit wem verbringst du deine Freizeit? Wer sind deine Vorbilder? Wer sind deine Ratgeber? An wem orientierst du dich?Sprüche 27,17 sagt so treffend:

Wie man Eisen durch Eisen schleift, so schleift ein Mensch den Charakter eines anderen.

Wenn du also die Qualität von Eisen gewinnen willst, musst du dich mit Leuten umgeben, die selbst aus dieser Qualität sind. Eisen wird nie scharf, wenn man es an einem toten Baumstumpf wetzt. Such dir ein Umfeld, das dich stählt. Sprüche 13,20 unterstreichen das, wenn es hier heißt:

Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Toren Geselle ist, der wird Unglück haben.

Wenn du also verstehen willst, auf was es ankommt, dann umgib dich mit Leuten, die wissen, worauf es ankommt. Wenn du deinen Glauben festigen willst, dann hock nicht ständig bei den Zweiflern, sondern umgib dich mit Leuten, die glauben und Glaubenskraft ausstrahlen. Es wurde noch keine Kerze an einer anderen Kerze entzündet, die nicht brannte.

2. Du musst den Mut haben „Nein“ zu sagen
Neben der Suche nach einem motivierenden zwischenmenschlichen und sozialen Umfeld gilt es aber auch, sein eigenes Leben zu fokussieren und auszurichten. Vielleicht musst einige Dinge aus deinem Leben werfen, weil sie Ballast sind und dein Potenzial erdrücken, du musst lernen Nein zu sagen. Disteln und Dornen müssen raus aus deinem eigenen Leben, denn sie ziehen zu viel Kraft und Aufmerksamkeit und überwuchern das Potenzial Gottes. Als ich zum Glauben an Christus kam, merkte ich sehr schnell wie real Disteln und Dornen, also andere geistliche Nahrungs- und Nährstoffkonkurrenten, sind und Energie wegfressen. Also trennte ich mich von einigen Dingen. Nicht weil sie unbedingt Sünde an sich waren. Sie erstickten aber den Keim des Glaubens in mir und zogen mich in eine andere Richtung. Also trennte ich mich von meinem Fernseher, meine Platten verschenkte ich und mein Tagebuch ging in Flammen auf. Heute besitze ich das alles wieder, aber heute bedroht es mein geistliches Leben nicht mehr. Jetzt bin ich fest verwurzelt und weiß damit umzugehen. Damals wußte ich es nicht, also mußte ich mich davon trennen. Sei dir dazu nicht zu schade. Ohne Schnitte in das Dickicht deiner Gedanken, Gefühle und Wünsche kann der Glaube nicht wachsen, weil er kein Licht bekommt. Wenn du einen Halbmarathon laufen willst, dann mußt du auch disziplinert sein und auf dein Feierabendbierchen verzichten. Auch auf manche Süßigkeiten, dein Leben muss in einen geregelten Rhythmus aus Training, Anspannung und Entspannung kommen. Du musst Nein sagen lernen, wenn du es schaffen willst.

3. Hör nie auf zu träumen
Den Ackerboden vorzubereiten ist das eine. Das ist unverzichtbar, aber von der Saat bis zur Ernte ist es noch ein Stück. Dazwischen liegen Wochen und Monate. Neben einer guten Vorbereitung braucht es jetzt auch auf dem Weg Energiebringer: Sonne – Wasser – Dünger. Um dein Potenzial voll zu entfalten, brauchst du permanent und immer wieder neue Motivation. Du brauchst beständig das Bild von morgen, das in dir Leidenschaft entfacht. Du mußt lernen, beständig ein Träumender zu sein, einer der sich mit dem Ziel, den Möglichkeiten beschäftigt und daraus Kraft und Leidenschaft zieht. Die Köpfe der Sonnenblumen hängen nachts traurig runter, wenn aber die Sonne kommt, richten sie sich auf und folgen mit ihren Köpfen dem Sonnenverlauf. Sie saugen förmlich die Energie auf und das Potenzial in ihnen wird angeheizt. Was richtet dich auf? Welche Vorstellungskraft besitzt du?
Als König Joasch von Feinden umzingelt war, besuchte er den sterbenden Propheten Elisa (2. Könige 14,13-19). Der befiehlt ihm: Nimm deinen Bogen und klopfe auf den Boden. Er klopfte dreimal, dann hörte er auf, weil er sich nicht vorstellen konnte, was das sollte. Darüber wurde Elisa ärgerlich. Er hätte 5-6 x klopfen sollen, um vollständigen und dauerhaften Sieg zu haben, um das ganze Potenzial auszureizen, so aber blieb es bei drei Siegen, aber keiner wirklichen Befreiung. Es mangelte ihm an Vorstellungskraft. Wie viel Vorstellungskraft auslösen kann, bewies Martin Luther King am 28.8.1963, als er vor 250.000 Demonstranten ausrief: Ich habe einen Traum … Eine ganze Nation wurde dadurch verändert. Du musst lernen zu träumen, groß zu denken. Du mußt lernen, dein Herz dauerhaft in einer großen Erwartungshaltung zu halten. Im Bereich des Gemeindebaus feuere ich mich selbst immer wieder dadurch an, dass ich mich mit Gemeinden beschäftige, die das Normalmaß durchbrochen haben und inspirierende Zentren geistlichen Lebens geschaffen haben. Ich mache Besuche, höre Predigten, gehe auf Konferenzen und suche nach Leuten, die mit mir träumen. Regelmäßig.

Wenn du die Leistung deines Motors bei Nacht voll ausreizen willst, brauchst du eine gute Beleuchtung. Wenn du mit einer Kerze in der Windschutzscheibe fährst, wirst du kriechen und di PS unter der Haube bleiben ungenutzt. Mit einer Taschenlampe geht es etwas besser, aber erst, wenn deine Scheinwerfer ein weites Licht werfen, kannst du Gas geben. So ist es mit der Vorstellungskraft. Sie entscheidet darüber, wieviel geistliche PS eingesetzt werden können.

Gott hat dir etwas gegeben und er traut dir zu, daraus etwas zu machen. Zögere nicht und fang heute damit an!